| Finanzierungen scheitern
oft aus Gründen, die für einen Existenzgründer
nicht nachvollziehbar sind; er steht 100% hinter seiner Geschäftsidee
und wundert sich, daß er nicht zum Zuge kommt. Gleichzeitig
sieht er, wie die Banken Milliarden bei dubiosen Geschäftemachern
- den Schneiders & Co - scheinbar bedenkenlos versenken.
Es sollen an dieser Stelle aber einmal nicht die überall
nachzulesenden Finanzierungsmodelle und -tricks erläutert
werden, denn diese sind für eine erfolgreiche Gründungsfinanzierung
nicht entscheidend. Vielmehr führt erst die Beachtung einfacher
Praxisregeln zum Erfolg. Denn häufig ist es gerade die fehlende
Kenntnis der ungeschriebenen Regeln des Kreditgeschäfts,
die dem Existenzgründer das Leben unnötig schwer machen.
Sicherlich gibt es auch Mängel im Bankensystem. Diese zu
verallgemeinern und darüber zu lamentieren, wäre aber
zum einen grundsätzlich falsch und zum anderen für einen
Unternehmer unwürdig: Er hat sich auf die Situation einzustellen,
wie sie ist. Und, unbestreitbar werden in der Praxis tagtäglich
eine Vielzahl von Existenzgründungen finanziert.
5 Irrtümer
Seien Sie Realist sein und machen Sie sich das Leben nicht unnötig
schwer. Vermeiden Sie deshalb zunächst die häufigsten
Irrtümer:
Irrtum 1
Banken reißen sich um Existenzgründer
Als Existenzgründer stehen Sie meist in einer langen Schlange
von Kreditsuchenden und gelten dabei als kleiner Fisch und "schlechtes
Risiko"; auch hat keine Bank die (soziale) Pflicht, Ihnen
Kredit zu verschaffen. Sie wird Kredit vielmehr nur dann geben,
wenn ein gutes Geschäft zu erwarten ist.
Irrtum 2
Die Banken müssen Risiko übernehmen
Sie sind der Unternehmer - und nicht die Bank. Erwarten Sie deshalb
weder übermäßiges unternehmerisches Engagement,
Risikobereitschaft oder besondere Kenntnisse der Bank von Ihrem
Geschäft. Erst bei Erfolg ist die Bank bereit, sich stärker
zu engagieren.
Irrtum 3
Alle Banker sind gleich
Banker sind auch nur Menschen und jeder Mensch ist anders. Arbeitsüberlastung
und Sicherheitsdenken ist an der Tagesordnung. Dennoch finden
Sie immer wieder engagierte, kompetente und risikobereite(re)
Banker; Sie müssen sie allerdings suchen.
Irrtum 4
Die Bank muss mich beraten
Es ist nicht die erste Pflicht des Bankers, Sie umfassend zu beraten;
die Bank verdient mit Beratung kein Geld. Als Existenzgründer
sind Sie ein kleiner Kunde sind, in den nicht viel Zeit investiert
werden kann. Wollen Sie objektive und umfassende Auskünfte,
müssen Sie einen kompetenten Berater einschalten; das gilt
insbesondere auch für öffentliche Finanzierungshilfen.
Irrtum 5
Banken entscheiden willkürlich
Kreditgeschäft ist Vertrauenssache. Der Existenzgründer
ist für die Bank ein unbeschriebenes Blatt und 2/3 aller
Existenzgründer müssen in den ersten Jahren wieder aufgeben;
das ist Fakt! Vertrauen aufzubauen in das Geschäftskonzept
und in die Person des Unternehmers ist deshalb die wesentliche
Hürde. Schaffen Sie es nicht, schnell eine Vertrauensbasis
zu Ihrem Banker herzustellen, werden Sie den Kredit nicht bekommen.
Leider werden Sie in der Praxis nur selten diesen häufigen
Ablehnungsgrund hören, denn wer macht sich schon gerne ohne
Not unbeliebt!
Resümee
Stellen Sie sich ohne Vorbehalte auf die Situation ein: Sie müssen
Ihr Geschäft und vor allem sich selbst "verkaufen".
Betrachten Sie die Bank als Geschäftspartner - vielleicht
auch als kritischen Kunden, dem Sie einen Nutzen bringen - und
sie werden schon 50% aller Fehler vermeiden!
|